Krebsfrüherkennung: Vorsorge nimmt in NRW trotz Corona wieder zu

Krebsfrüherkennung: Vorsorge nimmt in Nordrhein-Westfalen trotz Corona wieder zu. | (c) istockphoto_pixelfit

In der Pandemie nutzen die Menschen in Nordrhein-Westfalen wieder verstärkt Krebsvorsorgeuntersuchungen. So wurden im ersten Halbjahr 2021 rund 14 Prozent mehr Screenings als im Vergleichszeitraum des Vorjahres durchgeführt.

Besonders stark war die Zunahme bei Mammographie-Untersuchungen. Sie stiegen um 41 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Sonderanalyse der DAK-Gesundheit für die ersten Halbjahre 2019, 2020 und 2021 – auf Basis der aktuell verfügbaren Daten. Laut Studie nahmen auch Hautkrebs-Screenings um rund ein Fünftel zu. Insgesamt lag die Inanspruchnahme von Krebsvorsorgeuntersuchungen 2021 in Nordrhein-Westfalen aber noch rund zwölf Prozent unterhalb des Vor-Corona-Niveaus von 2019.

„Unser Ziel muss es sein, bei der Krebsprävention den Stand vor der Corona-Pandemie zu erreichen“, sagt Klaus Overdiek, Landeschef der DAK-Gesundheit in Nordrhein-Westfalen. „Die Zunahme von Krebsvorsorgeuntersuchungen ist ein positives Signal. Dies ist trotz des erkennbaren Aufholeffektes noch nicht vollständig gelungen. Screenings sind ein wichtiges Instrument, um Krebserkrankungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können. Es besteht in der Corona-Pandemie weiterhin die Gefahr, dass Tumorerkrankungen zu spät entdeckt werden – mit gravierenden Folgen für die Betroffenen, ihre Familien und Freundinnen und Freunde.“

Starker Anstieg bei Mammographie-Screenings

Im ersten Halbjahr 2021 verzeichneten vor allem Mammographie-Untersuchungen eine große Steigerung: So wurden rund 41 Prozent mehr Screenings als im Vorjahr durchgeführt. Hautkrebs-Untersuchungen nahmen um 21 Prozent zu, Prostata-Screenings stiegen um acht Prozent. Am geringsten nachgefragt waren Darmkrebs-Untersuchungen, die 2021 um knapp vier Prozent zunahmen.

Frauen gehen öfter zur Vorsorge als Männer

Auch in Pandemie-Zeiten gehen Frauen in Nordrhein-Westfalen laut DAK-Sonderanalyse deutlich häufiger zur Krebsvorsorge in die Arztpraxen. So lag ihr Anteil 2021 bei allen Krebsvorsorgeuntersuchungen von DAK-Versicherten fast konstant bei rund 60 Prozent. Bei Männern waren es 40 Prozent.

Krebsfrüherkennung: Vorsorge nimmt in Nordrhein-Westfalen trotz Corona wieder zu. | (c) istockphoto_pixelfit
Krebsfrüherkennung: Vorsorge nimmt in Nordrhein-Westfalen trotz Corona wieder zu. | (c) istockphoto_pixelfit

Gebärmutterhalskrebsvorsorge: Maßnahmen zeigen Wirkung

Mit rund 112.883 Screenings pro Halbjahr wird die Gebärmutterhalskrebsprävention von allen Krebsvorsorge-untersuchungen am häufigsten genutzt. Ihre Zahl blieb 2020 und 2021 nahezu konstant. Ein Vergleich zu Zeiten vor der Corona-Pandemie ist hier aber nicht möglich, da die Gebärmutterhalskrebsvorsorge erst 2020 ins Leistungsportfolio der Krankenkassen aufgenommen wurde. Seit dem Start 2020 ist die Inanspruchnahme trotz Corona stark angestiegen und bleibt konstant auf hohem Niveau.

„Seit rund zwei Jahren informieren die gesetzlichen Krankenkassen Frauen zwischen 20 und 65 Jahren gezielt über organisierte Screening-Programme zur Gebärmutterhalskrebsvorsorge“, so Overdiek. „Dieses Engagement zeigt nun seine Wirkung. Hinzu kommt der große Einsatz der Frauenärztinnen und Frauenärzte. Sie leisten einen wichtigen Beitrag bei der Krebsfrüherkennung.“

Krebs ist für ein Viertel aller Todesfälle verantwortlich

Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts ist Krebs die Ursache für ein Viertel aller Todesfälle in Deutschland. So starben 2019 rund 231.000 Frauen und Männer an den Folgen einer Tumorerkrankung. Im Alter zwischen 45 und 65 Jahren ist Krebs die häufigste Todesursache in Deutschland.

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