Migräne: Trigger-Management statt Vermeidung?

Migräne: Trigger-Management statt Vermeidung?

(DGP) Der traditionelle Ansatz der Verhaltenstherapie für die Reduktion von Migräneanfällen zielt darauf ab, Trigger zu vermeiden. Dieser Ansatz gilt allerdings als Gefahr für eine Sensibilisierung gegenüber den vermiedenen Triggern, lautet eine Hypothese. In dieser Studie wurde untersucht, ob das kontrollierte Management von Migränetriggern die Migränetherapie besser unterstützen kann.

Der bisherige Ansatz zur Vermeidung von Migräneanfällen durch Vermeidung der Trigger birgt – so wird vermutet – das Risiko der Sensibilisierung gegenüber diesen Triggern. Ein anderer Ansatz, der in dieser Studie bewertet wurde, integriert die Trigger kontrolliert in einer kognitiven Verhaltenstherapie, statt sie zu vermeiden.

In dieser randomisiert kontrollierten Studie wurden drei Ansätze verglichen:

  • Trigger-Management in einer kognitiven Verhaltenstherapie (LCT/CBT)-
  • Traditionelle Trigger-Vermeidung mit begleitender kognitiven Verhaltenstherapie (Vermeidung/CBT)
  • Bisherige Behandlung ohne kognitive Verhaltentherapie/Warteliste

Patienten mit Migräne wurden den drei Behandlungsgruppen zufällig zugewiesen. Nach jeweils 4 und 12 Monaten wurden die Häufigkeit der Migräneattacken zwischen den Gruppen verglichen sowie in Bezug zur Migränefrequenz zu Beginn der Studie gesetzt.

Migräne: Trigger-Management statt Vermeidung?
Migräne: Trigger-Management statt Vermeidung?

123 (71,54 % weiblich) Patienten mit Migräne nahmen an der Studie teil. Die Autoren konnten beobachten, dass die Frequenz der Migräneattacken sich in allendrei Gruppen signifikant zur Häufigkeit zu Beginn der Studie unterschied. Dabei unterschied sich die Gruppe LCT/CBT (Trigger-Management) signifikant von der Kontrollgruppe ohne Verhaltenstherapie. Die Vermeidungs-Gruppe (Vermeidung/CBT) wies dagegen keine signifikant reduzierte Migränehäufigkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Verhaltenstherapie auf.

Diese Resultate spiegelten sich in nachfolgenden Kontrollen nach 4 und 12 Monaten wider – die Patienten mit Trigger-Management konnten demnach ihre Behandlungsvorteile aufrecht erhalten. Statistisch unterschieden sich die Gruppen mit Verhaltenstherapie jedoch nicht voneinander.

Trigger-Management effektiver als Vermeidung

Die Autoren folgerten, dass die Verwendung von Trigger-Management als Komponente einer Verhaltenstherapie wertvoll zur Behandlung von Migräne sein kann. Allerdings konnte im direkten Vergleich von Trigger-Management und traditioneller Trigger-Vermeidung kein signifikanter Unterschied in der Frequenz der Migräneattacken festgestellt werden.

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